Vier Heusenstammer Mannschaften starten erfolgreich ins Neue Jahr

In der zweiten Bundesliga liegt unsere erste Mannschaft noch aussichtsreich im Rennen um den Aufstieg in die erste Bundesliga, obwohl ein Schiedsrichter einen Kampf mit 0:8 gegen unds wertete, siehe dazu den nachfolgenden Artikel des Organisators unseres HSO Opens, Dieter Post:

Blutleere Fingerspitzen

Am vergangenen Wochenende (7./8.Dezember 2019) war aus hessischer Sicht von der Oberliga bis zur Bundesliga eine Doppelrunde angesetzt worden.

In der Zweiten Bundesliga Süd war dabei der SC Heusenstamm Gastgeber für die drei anreisenden Teams aus Schönaich, Stuttgart und Hofheim

Die Tabellensituation nach der 4. Runde, also vor dieser anstehenden Doppelrunde, war wie folgt:

OSG Baden-Baden 2 ist der gesetzte Meister dieser Gruppe, aber ohne Aufstiegsmöglichkeiten in die Bundesliga. Es geht also eigentlich um Platz 2, wobei Heusenstamm sehr gut im Rennen ist.

An diesem Wochenende sollte es also zu einem ersten Verfolgerduell kommen und Schönaich war der Gegner für die Samstagsrunde.

Für Heusenstamm war es das vierte Jahr in Folge in der zweithöchsten nationalen Spielklasse. Wie zuvor in Hessen- und Oberliga war das Vereinslokal in der Eisenbahnstr. 11, direkt am S-Bahnhof gelegen und eine städtische Einrichtung der knapp 20.000 Einwohner zählenden Gemeinde.

Rugby ist eine sportliche Domäne in der Stadt Heusenstamm, da spielt auch das seit 2014 veranstaltete Sparkassen Open, beliebt und bekannt durch seine guten Spielbedingungen und zuletzt 470 Teilnehmer zählend, keine Rolle.

Für den drahtig-agilen Mitt-Siebziger Dr. Rudolf Benninger, Rechtsanwalt aus Frankfurt und beheimatet in Heusenstamm, stammend aus der Wormser Gegend, langjähriger Vorsitzender des größeren und älteren der beiden ortsansässigen Schachvereine, ist es kein Grund klein bei zu geben und somit Schach zu fördern wo es geht.

In einer vor wenigen Jahren gegründeten Stiftung sind Grundlagen geschaffen worden, um auch nach seiner Zeit noch für Spitzenschach, Open und Jugendschach Mittel bereit stellen zu können.

Nun also der mögliche Sprung in die höchste deutsche Spielklasse.

Wegen der Doppelrunden wurde ein anderer Austragungsort ausgewählt und angemietet, die von der Gemeinde ebenfalls für Vereine zur Verfügung gestellte „Alte Schule“ im Ortsteil Rembrücken.

Alles ist vorbereitet für ein langes Schach- Wochenende, die Mannschaften reisen an, nehmen die Tanzfläche in Beschlag. Es erscheint der Schiedsrichter. Und alles wird anders.

Zunächst wird der Raum vermessen, der deutlich größer als der im bisherigen Stammlokal ist, und es ergibt sich eine Fläche von 80 m². Grob gerechnet stünden damit 4 m² pro Brett zur Verfügung, also jeweils eine Fläche von 2 x 2 Metern. Der DSB ist dabei eindeutig:

Unklar ist, ob sich „darf nicht geteilt sein“ auf eine oder beide Mannschaften bezieht. Also wird ein zweiter Raum angeboten, der allerdings „nur“ 60 m² groß ist, zudem im Stockwerk darüber liegt, und damit ungeeignet. Zudem war er für die Analyse eingeplant.

Etwas Unmut macht sich unter den anwesenden Spielern breit, schließlich war man zum Schachspielen angereist, nicht zur Flurvermessung.

Der Gastgeber Dr. Rudolf Benninger nimmt es noch heiter und gelassen, doch er sollte bald einen Stimmungsumschwung erleben.

Wegen der aus dessen Sicht unzumutbaren körperlichen Belastung für den Schiedsrichter, seinen Aufgaben durch ständiges Wechseln zwischen den beiden Stockwerken nachzukommen, und kein freier Deputy an diesem Super-Doppelrunden- Wochenende verfügbar ist, wird die härtest- mögliche Entscheidung getroffen.

Da der Schiedsrichter entscheidet, den Wettkampf Stuttgart/Hofheim im größeren Raum stattfinden zu lassen, wird wegen der mangelnden Raumgröße von 60 m² der Wettkampf Schönaich/Heusenstamm 8-0 für die angereisten Gäste gewertet; nachdem man denen die Option offen gelassen hat, sich für oder gegen Spielen zu entscheiden. Man berät und beschließt der Empfehlung des Schiedsrichters zu folgen.

In einem Telefonat sagt ihm, dem Schiedrichter, der Leiter der Bundesliga Jürgen Kohlstädt seine volle Unterstützung und Rückendeckung zu. Und er hat noch Pfeile im Köcher.

Damit war das Thema Aufstieg in der Saison 2019/2020 für Heusenstamm schon mal vom Tisch.

Für den Folgetag kündigte der rührige Schiedsrichter nun an, dass obwohl ein Hospitant am Sonntag zur Verfügung steht, der Wettkampf nur dann in der vorgesehenen Form stattfinden kann, also mit den beiden angesetzten Begegnungen, wenn Stuttgart dem zustimmt.

Zudem wird auf folgenden Artikel der Turnierordnung verwiesen:

Obwohl die Mannschaft des SC Heusenstamm vollständig angetreten ist, wird die Verweigerung des Wettkampfstarts durch den Schiedsrichter als Nichtantreten gewertet. Und damit sogleich ein Zwangsabstieg ausgelöst.

Aus Hamburg vom Leiter der Bundesliga erklingt denn die nächste frohe Botschaft, dass man ein Exempel statuieren und nicht nur 2 x 500 Euro für „Nichtantreten“ einfordern wird, sondern auch auf

verweist, um eine zusätzliche Strafe von 2 x 8 x 200 Euro hinzuzurechnen.

Man bezieht sich auf A-13.1, wo es heißt, dass mehrere Strafen nebeneinander verhängt werden können (aber sicher nicht müssen).

Nur der sportlich fairen Einstellung der Stuttgarter Mannschaft ist es zu verdanken, dass Heusenstamm noch einen Platz in der Liga hat. Denn man verzichtete auf die kampflosen Punkte und trat zum Wettkampf an.

Nun waren einzelne Spieler zur Zielscheibe des Schiedsrichters geworden.

Ohne besonderen Anlass, außer jedem per se den Betrug zu unterstellen, wurden Heusenstammer Spieler durch den Schiedsrichter bis auf die Toilette begleitet und die Verrichtung der Geschäfte kontrolliert. Selfies sind out, Rauzis- shootings neuerdings In!

Während die Partien schon liefen, wurde bei einem Heusenstammer Spieler durch den Schiedsrichter festgestellt, dass bei der Unterwerfungserklärung die Unterschrift auf beiden Seiten des Dokuments fehlte und die Partie sofort abzubrechen sei!

Zumindest ließ sich der Schiedsrichter nach Diskussion mit dem gastgebenden Rechtsanwalt darauf ein, dass die Partie fortgesetzt werden dürfe, sofern sofort(!) die Unterschrift geleistet würde. Der Spieler war aber gerade in dem Moment am Zug……

Schließlich noch die Schlusspointe des Wochenendes, die Abrechnung des Aufwandes der Schiedsrichter. Statt der üblichen 100 Euro verlangte der umtriebige Referee nun 250 Euro für den zusätzlichen Aufwand, den er betreiben musste, um den Spielbetrieb zu sichern. Dazu gehörten das Vermessen der Räume, und natürlich die teuren Telefonate nach Hamburg zum Leiter der Liga.

Was nun endgültig den Stimmungsumschwung beim Gastgeber einleitete. Die geforderte Summe wurde verweigert, nur der Hunni ausbezahlt. Jetzt werden die Mühlen mahlen und es wird eine Menge Schrot dabei verdaut werden müssen.

Es ist nicht das erste Mal, das mir dieser Schiedsrichter durch seine ungewöhnliche Art auffällt.

Übrigens wohnt er ganz in der Nähe, ist also im gleichen Bezirk beheimatet.

In kurzer Zeit vor diesem Wettkampf- Wochenende hat er eine Begegnung seines ehemaligen(!) Vereins Schöneck in der Oberliga geleitet. Er war dort für kurze Zeit auch im Vorstand aktiv, ist aber nun in den Nachbarbezirk gewechselt.

Der Vater eines Jugendlichen wollte seinem Sohn ein Getränk an den Tisch bringen, was dort mit höchstmöglicher Aufmerksamkeit von eben jenem Schiedsrichter verhindert wurde, weil dieses Beibringen ja eine geheime, zuvor ausgemachte Botschaft bedeuten könnte(!). Es kam zu weiteren unangenehmen Szenen und endet damit, dass der Vater, und sein Sohn in erster Linie, nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen wollen, wo dieser Schiedsrichter eingesetzt wird. Der Vater war ein Vorstandskollege dieses Vereins und ist dort heute noch aktiv. Er ist sehr verbittert über diese Art und Weise einen Wettkampf zu leiten und seine Macht über Andere zu demonstrieren.

Ich persönlich bin weder in Heusenstamm, noch in Schöneck als Mitglied eingetragen.

Da ich über 30 Jahre in Frankfurt die lokalen Meisterschaften leite, die letzten 9 Jahre Chess Classic Open in Mainz geleitet habe, und auch erfolgreich geholfen habe, das Schlosspark Open in Wiesbaden wieder zu beleben, bat mich Dr. Benninger vor 5 Jahren ihm beim Durchführen des Heusenstamm Sparkassen Opens vor allem organisatorisch zu helfen. Was ich auch tat, da mich die Art seiner Schachförderung überzeugte und es sich lohnte dafür Zeit zu investieren.

Meine Erfahrungen mit diesem Schiedsrichter beschränkten sich bislang darauf, dass er stets versucht so nahe wie möglich Kontakt mit Schiedsrichtern und Organisatoren aufzunehmen, sich in den für Spieler und Zuschauern ansonsten „verbotenen“ Zonen aufzuhalten.

Er glänzt dann stets mit Weisheiten, was alles falsch gemacht wird und wenn er Schiedsrichter wäre, was hier durchgesetzt würde.

In Heusenstamm beim Open musste ich ihn bitten meinen Arbeitsplatz zu räumen, da er sich dort auch wieder in meiner Abwesenheit hat „einladen“ lassen, um mit einem Schiedsrichter ein Gespräch zu führen.

Er selbst begleitet seine junge Tochter zu den Open und ist nicht das erste Mal dem Verdacht ausgesetzt, dass er mit Blickkontakt, Nicken und Kopfschütteln Zeichen gibt.

Die Beschwerden darüber beim Jugend Open Youth Classic in Bad Soden Anfang Oktober waren so nachhaltig, dass ich dort als Pairing Officer durch den Veranstalter Hans-Walter Schmitt, der sich auf die Bestätigung der Schiedsrichter berief, aufgefordert wurde, die Paarungen so anzuordnen, dass ein direkter Blickkontakt zwischen den beiden nicht mehr möglich war (verschieben der Brettnummern).

Dieser Schiedsrichter steht kurz vor den ersten Einsätzen als Schiedsrichter in der obersten Spielklasse. Er ist zweifelsohne regelfest und hat die FIDE Ordnungen auswendig gelernt.

Was ihn sicher nicht auszeichnet, ist ein gewisses Fingerspitzengefühl, mit dem man auch Wettkämpfe leiten kann.

Unsere zweite Mannschaft gewann das wichtige Match gegen den Konkurrenten Bensheim mit 4,5 zu 3,5 Punkten. Igor Zuyev, Stefan Solonar und Marijn Otte gewannen, Roland Schreiner, Vladimir Rapoport und Rudolf Benninger remisierten. Die Mannschaft liegt jetzt an der Spitze der Verbandsliga Süd und hat gute Aussichten, den Aufstieg in die Hessenliga zu schaffen.

Unsere dritte Mannschaft holte gegen den härtesten Konkurrenten Ronneburg 1 ein 4:4. Beide Mannschaften liegen jetzt punktgleich an der Spitze der Bezirksliga und kämpfen um den Aufstieg in die Bezirksoberliga.Hier gewannen Christian Gompf, Benedikt Westhof und Hermann Edenhäuser, die beiden Remisen steuerten Jakob Friesen und Maksim Kuchta bei.

Unsere vierte Mannschaft mit ausschließlich Jugendlichen liegt noch gut im Rennen. Gegen Ronneburg 2 holten Maksim Kuchte, Sophie Milman und Jakob Basoglu jeweils ein Remis.

Schließlich war unsere Pokalmannschaft sehr erfolgreich: Gegen Gründau wuchsen unsere Spieler Boris Senatov, Brian Mügendt und Benedikt Westhof über sich hinaus und nahmen trotz gewaltigem DWZ-Unterschied (z.T. über 400 Punkte) ihren übermächtigen Gegnern drei Remisen ab.